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Ablauf der Untersuchungen

Alle Einsendungen an die Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen (UBieV) des Instituts für Bienenschutz in Braunschweig werden sofort nach dem Eintreffen bearbeitet. Bienen-, Pflanzen, Waben- und sonstige Proben werden nach Probentyp sortiert, gekennzeichnet und einer Untersuchungsnummer zugeordnet. Anschließend erfolgt eine genaue Beschreibung des Probeninhalts hinsichtlich Material, Menge, Erhaltungszustand, vorhandener Kennzeichnungen etc. Das Bienen- und Wabenmaterial wird zunächst makroskopisch auf Bienenkrankeiten und sonstige Auffälligkeiten untersucht. Dazugehöriges Pflanzenmaterial wird auf schadensrelevante Merkmale wie geöffnete Blüten, Honigtau, Schädlingsbefall etc. kontrolliert. Sofern das Probenmaterial für eine Untersuchung geeignet ist, werden Rückstellproben für eventuelle chemische Untersuchungen und Nachuntersuchungen entnommen und tiefgefroren. Der Einsender erhält eine Eingangsbestätigung, in der Beanstandungen mitgeteilt werden. Eine Kopie der Eingangsbestätigung erhält der zuständige Pflanzenschutzdienst zur Information.

Im Rahmen der biologischen Untersuchungen werden Bienen- und Pflanzenproben mithilfe eines Biotests unspezifisch auf toxische Substanzen untersucht, um kontaminiertes Probenmaterial zu identifizieren. Nicht kontaminiertes Probenmaterial kann dadurch von weiteren Untersuchungen ausgeschlossen werden. Zur Eingrenzung der Schadensursache wird mithilfe der Pollenanalyse ermittelt, welche Pflanzen zum Schadenszeitpunkt beflogen wurden. Kranheitsuntersuchungen auf Nosemose und Varroose dienen zum Ausschluss dieser bedeutenden Bienenkrankheiten als Hauptschadensursache. Die Ergebnisse werden dem Einsender der Proben in einem Befund mitgeteilt. Eine Kopie des Befundes erhält der zuständige Pflanzenschutzdienst zur Information.

Ergibt sich aus dem Befund der biologischen Untersuchungen in Verbindung mit den Informationen aus dem Antrag auf Untersuchung von Bienenvergiftungen ein konkreter Verdacht auf eine Bienenvergiftung durch Pflanzenschutzmittel, erfolgt eine chemische Untersuchung auf bis zu ca. 280 relevante Wirkstoffe aus Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und Varroaziden mittels LC-MS/MS und GC/MS. Alle Ergebnisse werden dem Einsender bzw. geschädigten Imker sowie dem zuständigen Pflanzenschutzdienst als Befunde mitgeteilt und abschließend erläutert. 

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